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SILENT SONGS into the wild

Fremd bin ich eingezogen…
Was bedeutet die Bewegung? Bringt der Ost mir frohe Kunde?…
Bin gewohnt das Irregehen, 's führt ja jeder Weg zum Ziel…


Franz Schuberts Lieder erzählen vom Wandern und Fortgehen, vom ewigen Fremdsein und von der Einsamkeit. Was bedeutet es, in einer Zeit massiver Völkerwanderung, sich diese Texte und Lieder mit allen Sinnen anzueignen?


Wie viel Mut braucht es, um sich einzulassen auf die darin verhandelten starken Affekte, auf das Wechselbad der Gefühle, auf Schmerz und Verlust, Sehnsucht und Liebe, Wut und Hoffnung? Und wie haben sich diese Gefühle im 21. Jahrhundert verändert? Wie bricht Musik aus dem Körper heraus, wie manifestieren sich Empfindungen im klanglichen Ausdruck?


Für ein Streichquartett, 4 Sänger, 3 Tänzer, Klavier und E-Gitarre

In „SILENT SONGS into the wild“ gehen Sänger, Musiker und Tänzer auf Entdeckungsreise und erkunden klassisches Liedgut im Hier und Jetzt. Sie tun dies nicht nur mit ihrer Stimme, sondern mit ihrer ganzen Persönlichkeit, ihrem eigenen Gefühls- und Bewegungsrepertoire. Im Spannungsfeld von Intimität und Ausbruch, von Vergangenheit und Gegenwart entwickeln sie neue gesangliche und körperliche Interpretationsformen.

Ausgehend von einem großen Respekt für das Originalwerk Schuberts wird hinterfragt: Was passiert, wenn ein Sänger mit dem Lied in die Freiheit entlassen wird? Endet die Arie im Lachen? In der Apathie? Im Weinen? Im arabischen Klagegesang? Im Jazz? Wie empfindet das Publikum das Schubertsche Lied heute? Als betörend, beruhigend, als künstlich oder fremd, als hochaktuell? Wie können sich Lebensgefühl und Weltanschauung von heute darin widerspiegeln? Im Dialog mit Performern, Streichern, einem Pianisten und einem E-Gitarristen werden diese Fragen in unterschiedlichsten Varianten hör- und sichtbar gemacht.

Mit Gesangs-Studenten der Theaterakademie August Everding hat im Oktober 2015 bereits ein erstes Recherche-Projekt stattgefunden, das im August 2016 auch im Berliner Heimathafen zu sehen war.


Grundriss

Lieder aus den Schubert-Zyklen „Schwanengesang“, der „Winterreise“ und „Die schöne Müllerin“ sowie weitere Schubert-Lieder werden so ineinander verwoben, dass der Abend einen überraschenden, bisher unbekannten neuen Zyklus bildet. Zwischen den Liedern erwachsen szenische Stimmungen - aktuelle gesellschaftliche Bezüge aus den Assoziationen der Musik. Seismografisch reagieren die Navigatoren auf Schuberts Liedwerk heute.

 

Eine Produktion von Nico and the Navigators und Bozar Music Brüssel. Koproduziert von den Niedersächsischen Musiktagen sowie dem Konzerthaus Berlin. In Kooperation mit der Elbphilharmonie. Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes, die Rusch-Stiftung sowie aus Mitteln des Landes Berlin.

 

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