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Cantatatanz

 

Ein Bachabend navigiert durchs Kirchenschiff

 

Mit dem inszenierten Kammerkonzert „Cantatatanz“ nähern sich Nico and the Navigators der Musik von Johann Sebastian Bach. In diesem zweiten, kleineren Projekt der Reihe „KlangZuGang“, untersuchen Nicola Humpel und die Navigators die sakrale Musik in szenischen Bildern.

In den Arien des Leipziger Thomaskantors erforschen sie die Bildsprache barocker Frömmigkeit in Verbindung mit ihrer heutigen Jenseits-Sehnsucht und suchen dabei nach zeitlosen Übersetzungen für Bachs Vokal- und Instrumentalwerke. Die Instrumentalisten Mayumi Hirasaki (Violine), Jakob David Rattinger (Viola da Gamba) und Eugène Michelangeli (Cembalo, Orgel) werden dabei direkt in das Spiel des Countertenors Terry Wey und der Tänzerin Yui Kawaguchi einbezogen. Als Kontrastmittel zu Bach dienen Werke von Marin Marais, die gegen die Demut des deutschen Protestanten mit Lebenslust und Daseins-Willen Sturm laufen.

Im Zentrum des Geschehens, dem Oliver Proske einen sinnstiftenden Raum-Rahmen gibt, steht freilich Bach. In und mit seiner Musik kann man erfahren, warum das Fehlen von Pedalen am Cembalo durchaus erotische Optionen eröffnet, wo die menschliche Stimme ihren Sitz hat und was eine Pfeffermühle mit Pfingsten verbindet. Die harten Galeerenbänke im Kirchenschiff verwandeln sich dabei in die Säulen einer mächtigen Kathedrale während zarte Klänge mit einem Orgelgewitter wechseln.

 

 

 

Cantatatanz ist eine Produktion von den Thüringer Bachwochen und Nico and the Navigators. Das Stück ist Teil der inszenierten Konzertreihe KlangZuGang, für die Nico and the Navigators im Rahmen einer dreijährigen Konzeptionsförderung durch den Fonds Darstellende Künste aus Mitteln des Bundes unterstützt wurden. Das Ensemble erhält zudem eine institutionelle Förderung des Landes Berlin. In Zusammenarbeit mit dem RADIALSYSTEM V.

 

© 2011-2016 Nico and the Navigators